Gott der Finsternis und der Lüge
Der Gott der Neuoffenbarung sagt über sich selbst:
»Sehet, alles, was da ist, besteht und irgendein Dasein hat, kann nicht anders bestehen, sein und irgendein Dasein haben, als durch einen gewissen beständigen Kampf. Ein jedes Dasein, das göttliche nicht ausgenommen, hat in sich lauter Gegensätze, als verneinende und bejahende, die sich einander stets also entgegenstehen wie Kälte und Wärme, Finsternis und Licht, hart und sanft, bitter und süß, schwer und leicht, eng und weit, breit und schmal, hoch und nieder, Haß und Liebe, böse und gut, falsch und wahr, und Lüge und Wahrheit.« (Großes Evangelium Johannes, Band 2, Kapitel 228 Vers 4-5)
Die Bibel schreibt es anders:
"Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen: Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis."
(1. Brief des Johannes, Kapitel 1, Vers 5)
Die bisher betrachteten Stellen der Neuoffenbarung können natürlich nicht den Anspruch erheben, die Neuoffenbarung in ihrem ganzen Umfang wiederzugeben. Durch die Auswahl einiger charakteristischer Stellen kann man sich aber ein Bild vom Wesen der Neuoffenbarung machen.
Vielleicht ist die Neuoffenbarung von Jakob Lorber nicht schlechter als andere Bücher. Vielleicht inspiriert sie Menschen oder gibt ihnen ein gutes Gefühl. Aber all das war nie die Frage, die zu dieser Ausarbeitung führte. Es ging allein um die Frage, ob die Neuoffenbarung ihrem eigenen Anspruch, von Gott unmittelbar diktiert, rein, vollkommen und unfehlbar zu sein, ihrem Anspruch, der Bibel weit überlegen zu sein und diese zu ersetzen und ihrem Anspruch, selbst der wiedergekommene Christus und das Weltgericht über die ganze Menschheit, also eine Art Inkarnation Gottes zu sein, gerecht wird.
Man mag fragen, welche Rolle es spielt, ob die Neuoffenbarung von Gott persönlich stammt oder nicht. Dabei unterschätzt man aber, dass Menschen diesen Schriften vertrauen. Sie sehen diese Worte nicht als die Meinung von Jakob Lorber, sondern als verbindliche Postulate von Gott persönlich.
Man hätte "Mein Kampf" kritisch lesen sollen, bevor man den Verfasser Adolf Hitler zum Führer erhebt und mit ihm ins Verderben läuft. Wie viel kritischer sollte man die Neuoffenbarung lesen, bevor man den Verfasser als Gott persönlich anbetet?
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